17.8.2026
Unternehmen

Machine Vision: Basler und Syslogic vertiefen Partnerschaft

Min. Lesezeit

Basler und Syslogic bringen Machine Vision und Edge AI zusammen. Die ace 2 GMSL-Kameras von Basler sind ab sofort nahtlos mit den Rugged-Computern von Syslogic kombinierbar. Die gemeinsame Lösung ermöglicht leistungsfähige Vision-Anwendungen in mobilen Robotern, Agrarfahrzeugen und Baumaschinen.

Machine Vision hat sich branchenübergreifend zu einer Schlüsseltechnologie entwickelt. Autonome mobile Roboter, landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge, Baumaschinen und intelligente Transportsysteme erfassen und analysieren ihre Umgebung in Echtzeit. Diese Anwendungen erfordern sowohl leistungsstarke Kameras als auch robuste KI-Computing-Plattformen. Vor diesem Hintergrund bündeln der Machine-Vision-Spezialist Basler und die Embedded-Computing-Spezialistin Syslogic ihre Kompetenzen.

Abgestimmte Hardware für Edge AI

Die „ace 2 GMSL“-Kameras von Basler lassen sich nun nahtlos mit den robusten Computern von Syslogic kombinieren und bilden so eine optimierte Hardwareplattform für anspruchsvolle Bildverarbeitungs- und KI-Anwendungen.

Mit der gemeinsamen Lösung verbinden Basler und Syslogic leistungsfähige Bildverarbeitung mit robuster Embedded-Computing-Technologie. Baslers Software-Ökosystem mit pylon SDK und Camera Enablement Packages (CEP) erleichtert die Integration der Machine-Vision-Kameras in industrielle Embedded-Systeme. Entwickler erhalten damit eine sofort einsatzbereite Hardware-Basis und können sich auf ihre Applikation konzentrieren, anstatt Zeit in die Integration von Kamera und Rechenplattform zu investieren.

Michael Jung, Product Manager bei Syslogic, sagt: «Basler gehört zu den führenden Anbietern von Machine-Vision-Kameras». Die Kombination der ace 2 GMSL-Kameras und der Syslogic Rugged-Computer ermögliche Anwenderinnen und Anwendern einen schnellen Einstieg in anspruchsvolle Vision-AI-Projekte, so Jung.

Lokale KI-Verarbeitung in Echtzeit

Die von den Kameras erfassten Bilddaten werden direkt auf den Rugged Computern von Syslogic verarbeitet. Integrierte NVIDIA® Jetson™-Module bewältigen KI-Inferenz, Bildanalyse und Deep-Learning-Workloads direkt «at the edge». Da die Verarbeitung lokal stattfindet, ist keine Datenübertragung in die Cloud erforderlich. Dies reduziert die Latenz und ermöglicht Entscheidungen in nahezu Echtzeit.

Neben der Unterstützung von bis zu acht GMSL-Kameras lassen sich Syslogic Embedded-Computer mit weiteren Sensoren wie LiDAR-, Radar- und GNSS-Systemen verbinden. Dies ermöglicht leistungsstarke Sensorfusion-Lösungen für autonome Fahrzeuge und mobile Arbeitsmaschinen.

GMSL2 für robuste Multi-Kamera-Systeme

Die ace 2 GMSL-Kameras von Basler wurden speziell für Embedded-Vision-Anwendungen entwickelt. Die GMSL2-Schnittstelle ermöglicht die Übertragung hochauflösender Bilddaten über bis zu 15 Meter lange Koaxialkabel bei geringer Latenz und hoher Störfestigkeit. Zudem lassen sich mehrere Kameras synchronisieren, wodurch sich 360-Grad-Surround-Vision, räumliche Bildverarbeitung und KI-basierte Objekterkennung effizient umsetzen lassen.

Die Kombination aus zuverlässiger Datenübertragung und unkomplizierter Integration macht GMSL2 zu einer idealen Technologie für anspruchsvolle industrielle Bildverarbeitungssysteme.

Entwickelt für den Einsatz unter anspruchsvollen Bedingungen

Die gemeinsame Hardware-Lösung richtet sich an Anwendungen, in denen Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit entscheidend sind. Dazu zählen autonome mobile Roboter (AMR), fahrerlose Transportsysteme (AGV), Agrarfahrzeuge, Baumaschinen sowie Off-Highway-Fahrzeuge. Während die Basler-Kameras präzise Bilddaten liefern, sorgen die Rugged-Computer von Syslogic für eine zuverlässige KI-Verarbeitung selbst unter extremen Bedingungen. Die Embedded-Systeme sind für Schock, Vibration, Staub, Feuchtigkeit und grosse Temperaturbereiche ausgelegt und erfüllen damit die Anforderungen anspruchsvoller Industrieanwendungen.

Dr. Melanie Gräsel, Product Manager bei Basler, sagt: «Mit den ace 2 GMSL-Kameras bieten wir eine leistungsfähige Kameraplattform für moderne Embedded-Vision-Anwendungen.» In Verbindung mit den Rugged-Computern von Syslogic lasse sich diese auch unter anspruchsvollen Umgebungsvoraussetzungen nutzen, so Gräsel.

Die gemeinsame Lösung von Basler und Syslogic steht ab sofort für Evaluierungs- und Integrationsprojekte zur Verfügung.

Häufig gestellte Fragen zu diesem Blogbeitrag

Was ist GMSL und warum eignet sich diese Technologie besonders gut für Intelligent Vision?

GMSL (Gigabit Multimedia Serial Link) ist eine High-Speed-Schnittstelle zur Übertragung von Video-, Sensor- und Steuerdaten. Die von Analog Devices entwickelte SerDes-Technologie (Serializer/Deserializer) wurde ursprünglich für Automobilanwendungen konzipiert und kommt zunehmend in den Bereichen Intelligent Vision, autonome Maschinen, mobile Robotik, Landwirtschaft und Nutzfahrzeuge zum Einsatz.


Einer der Hauptvorteile von GMSL ist die Kombination aus hoher Bandbreite und geringer Latenz. GMSL2 unterstützt Datenraten von bis zu 6 Gbit/s, während GMSL3 bis zu 12 Gbit/s ermöglicht. Dadurch lassen sich hochauflösende Kameradaten mit hohen Bildraten an einen Edge-KI-Computer übertragen. Dies ist besonders wichtig für Anwendungen, die mehrere Kameraströme in Echtzeit verarbeiten und mit Daten von Radar, LiDAR oder anderen Sensoren kombinieren müssen.


Für Intelligente-Vision-Anwendungen bedeutet dies, dass Kameras große Bilddatenmengen mit minimaler Latenz an leistungsstarke Edge-KI-Plattformen wie NVIDIA Jetson liefern können. KI-Modelle können diese Daten dann für Aufgaben wie Objekterkennung, Navigation, Hinderniserkennung und Umgebungswahrnehmung nutzen.

Welche Vorteile bieten GMSL-Kameras im Vergleich zu USB- oder Ethernet-Kameras?

GMSL-Kameras eignen sich besonders gut für mobile und robuste Anwendungen, bei denen hohe Datenraten, geringe Latenzzeiten und eine zuverlässige Verbindung unerlässlich sind. Im Vergleich zu herkömmlichen USB-Kameras ermöglicht GMSL zudem deutlich größere Entfernungen zwischen Kamera und Computer. Je nach System- und Kabelkonfiguration sind Kabellängen von bis zu 15 Metern (etwa 49 Fuß) möglich.


Ein weiterer Vorteil ist „Power over Coax“ (PoC), wodurch Kameradaten und Strom über dasselbe Koaxialkabel übertragen werden können. Über diese Verbindung können zudem Steuerungs-, Synchronisations- und Statusinformationen übertragen werden. Dies reduziert die Anzahl der Kabel und Steckverbinder – ein wesentlicher Vorteil in Fahrzeugen und mobilen Maschinen, wo weniger Verkabelung geringeres Gewicht, geringeren Platzbedarf und weniger potenzielle Fehlerquellen bedeutet.

Im Vergleich zu Ethernet-basierten Kameras ist GMSL besonders dann attraktiv, wenn eine deterministische Videoübertragung mit geringer Latenz sowie eine kompakte Systemarchitektur erforderlich sind. Ethernet hingegen bietet Vorteile bei standardisierten Netzwerkinfrastrukturen und sehr großen Übertragungsentfernungen. Welche Technologie die beste ist, hängt daher von der Anwendung, der Anzahl der Kameras, der erforderlichen Bandbreite, den Anforderungen an die Latenz sowie der Gesamtsystemarchitektur ab.

Was sollten Sie bei der Integration von GMSL-Kameras beachten?

Die Integration einer GMSL-Kamera ist komplexer als der Anschluss einer herkömmlichen USB-Kamera. Die Kamera, der Serializer, der Deserializer und der Host-Prozessor müssen als komplettes System zusammenarbeiten. Auf der Computerseite kann der Videostream über eine Schnittstelle wie MIPI CSI-2 an den Prozessor weitergeleitet werden.


Multikamerasysteme bringen zusätzliche Herausforderungen mit sich, wie die korrekte I²C-Adressierung, die Konfiguration virtueller Kanäle, CSI-Lanes und Bandbreite sowie die Synchronisation mehrerer Kameras. Bei Linux-basierten Embedded-Systemen ist zudem eine ordnungsgemäße Device-Tree-Konfiguration ein wichtiger Bestandteil des Integrationsprozesses.

Für intelligente Bildverarbeitungssysteme mit mehreren Kameras kann die Verwendung einer validierten Kombination aus Kamera, GMSL-Schnittstelle, Treiber und Edge-KI-Computer die Entwicklung erheblich vereinfachen. Syslogic arbeitet mit verschiedenen Kameraherstellern zusammen und bietet vorkonfigurierte oder validierte Kombinationen von GMSL-Kameras und NVIDIA-Jetson-basierten Rugged Computern an. Dies reduziert den Integrationsaufwand und beschleunigt die Markteinführung.

Warum eignen sich GMSL und robuste Computer besonders gut für autonome Maschinen und Fahrzeuge?

Intelligente Vision-Systeme in Baumaschinen, Landmaschinen, AMRs, AGVs und anderen autonomen Fahrzeugen müssen grosse Mengen an Sensordaten zuverlässig und in Echtzeit verarbeiten. Gleichzeitig ist ihre Elektronik häufig Vibrationen, Stössen, Staub, Feuchtigkeit und grossen Temperaturbereichen ausgesetzt.


Die Kombination von GMSL-Kameras mit einem Rugged Computer löst beide Herausforderungen. GMSL ermöglicht die Hochgeschwindigkeits- und latenzarme Übertragung hochauflösender Kameradaten, während der Rugged Computer diese Daten direkt am Edge verarbeitet. Systeme auf Basis von NVIDIA Jetson Orin können GPU-beschleunigte Computer-Vision- und KI-Modelle lokal ausführen, ohne dass dafür grosse Datenmengen an die Cloud gesendet werden müssen.


Syslogic bietet beispielsweise lüfterlose Rugged Computer mit vier oder acht GMSL2-Kameraeingängen an. Je nach System lassen sich mehrere hochauflösende Mono- oder Stereokameras direkt anschließen. Robuste Gehäuse, verriegelbare Steckverbinder und bei ausgewählten Systemen die Schutzart IP67 prädestinieren diese Computer für den Einsatz in anspruchsvollen mobilen Umgebungen.


GMSL-Kameras, leistungsstarke Edge-KI-Prozessoren und Rugged Computer bilden zusammen eine robuste Plattform für Intelligent Vision und Sensorfusion – von autonomer Navigation und Objekterkennung bis hin zu fortschrittlicher Umgebungsperzeption.

Passende Produkte

Wenn Sie auf "Akzeptieren" klicken , stimmen Sie der Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät zu, um die Navigation auf der Website zu verbessern, die Nutzung der Website zu analysieren und unsere Marketingaktivitäten zu unterstützen. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzrichtlinie.