Steer AS: Fernsteuerung und Automatisierung von Bergbaufahrzeugen

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Steer begann mit der Räumung eines großen Artillerieschießplatzes in Norwegen, der 50 Jahre lang vom Militär genutzt wurde. Heute ist das Unternehmen auf Systeme zur Fernsteuerung oder Automatisierung von Baggern und Muldenkippern spezialisiert.

Autonomer Muldenkipper mit Steer-Technologie an Bord, der durch ein verschneites Gelände fährt.

Ein Schießplatz mit einer Größe von 165 Quadratkilometern. Seit 50 Jahren vom norwegischen Militär genutzt. Unzählige nicht explodierte Bomben und Granaten. Sofortige Räumung, bitte! Ein gigantisches Projekt, und ein extrem gefährliches noch dazu. Schnell war klar, dass die Räumung des Gebiets ohne Gefährdung von Menschenleben nur mit ferngesteuerten Systemen möglich sein würde. Doch im Jahr 2008 gab es kein Unternehmen, das über das nötige Know-how verfügte. Dieser Moment war die Geburtsstunde von Steer. Also wurde Steer mit Unterstützung des norwegischen Bauunternehmens Gjermundshaug Group gegründet. Schon wenige Monate später wurden die ersten ferngesteuerten Bagger in Betrieb genommen, und bald darauf liefen die ersten Tests mit autonomen Fahrzeugen.

Heute ist der Schießplatz fast vollständig geräumt. 500 Tonnen nicht explodierte Munition und Metallschrott wurden vom norwegischen Militär und der Gjermundshaug-Gruppe beseitigt. Dies war nur dank der ferngesteuerten und autonomen Baumaschinen mit der Technologie von Steer an Bord möglich.

Steer hat seine nachrüstbaren Systeme sowohl auf der Hardware- als auch auf der Softwareseite kontinuierlich verbessert und weiterentwickelt. Die Technologie wird inzwischen auch im zivilen Bereich eingesetzt, zum Beispiel in mehreren großen Bergwerken in Nordeuropa.

KI-gestützte Embedded-Systeme steuern autonome Baumaschinen

Für die neueste Generation von autonomen Muldenkippern, die auf Fahrzeugen von Caterpillar basieren, setzt Steer auf KI-fähige Embedded-Systeme von Syslogic. Diese dienen als zentrale Fahrzeugsteuerung und verarbeiten parallel Daten von Kameras, GPS, Radar und Lidar. Das KI-gestützte Embedded-System leitet aus den ausgewerteten Daten direkt intelligente Entscheidungen ab. Dadurch wird das Fahrzeug autonom gesteuert, kann mit anderen Fahrzeugen interagieren und erkennt Hindernisse oder Gefahren. Die Technologie funktioniert so gut, dass eine deutliche Produktivitätssteigerung im Vergleich zu manuell gesteuerten Fahrzeugen erreicht wird. Die autonomen Fahrzeuge sind schneller und sicherer als manuell gesteuerte Fahrzeuge. Sie können bei Bedarf im 24/7-Betrieb eingesetzt werden. Außerdem sind sie wesentlich wirtschaftlicher unterwegs als konventionell betriebene Fahrzeuge - Stop-and-go wird vermieden, was weniger Verschleiß, bessere Kraftstoffeffizienz und geringere Emissionen bedeutet.

Natürlich spielen Sicherheitsaspekte auch bei zivilen Anwendungen eine Rolle. Die riesigen Muldenkipper, die in Bergwerken eingesetzt werden, sind schwerfällig. Sie werden oft in geografisch schwierigen Umgebungen eingesetzt. Dank der Vielzahl von Sensoren, die Steer in die Fahrzeuge integriert, kann die Umgebung sehr genau erfasst und Gefahrensituationen von vornherein ausgeschlossen werden. Zudem sind die Mitarbeiter, die die Fahrzeuge überwachen, oft Hunderte von Kilometern entfernt. Durch die zentrale Steuerung der Fahrzeuge wird auch die Arbeitszeit ideal genutzt, da die Mitarbeiter nicht mehr zum Bergwerk fahren müssen.

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